Stundenverrechnungssatz in der Kfz-Werkstatt richtig kalkulieren

Der Stundenverrechnungssatz ist die zentrale Steuergröße jeder Kfz-Werkstatt: Er bestimmt, ob mit jeder Arbeitsstunde Geld verdient wird. Wer ihn zu niedrig ansetzt, arbeitet unrentabel; wer ihn richtig kalkuliert, sichert die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. So berechnen Sie ihn Schritt für Schritt.

Key Takeaways

  • Der Stundenverrechnungssatz deckt Lohnkosten, Gemeinkosten und den kalkulierten Gewinn.
  • Entscheidend ist die Zahl der produktiven (verrechenbaren) Stunden – nicht der Anwesenheitsstunden.
  • Eine realistische Auslastung liegt oft deutlich unter 100 %.
  • Software wertet Ist-Zeiten und Auslastung automatisch aus.

Was ist der Stundenverrechnungssatz?

Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den eine Werkstatt pro produktiver Arbeitsstunde in Rechnung stellt, um alle Kosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen. Er unterscheidet sich vom reinen Stundenlohn eines Mitarbeiters, weil er auch anteilige Gemeinkosten und den Gewinnaufschlag enthält.

So berechnen Sie den Stundenverrechnungssatz

Die Grundformel lautet:

Stundenverrechnungssatz = (Lohnkosten + Gemeinkosten + Gewinn) ÷ produktive Stunden

Gehen Sie in vier Schritten vor:

  1. Lohnkosten ermitteln: Bruttolöhne der produktiven Mitarbeiter inkl. Arbeitgeberanteile.
  2. Gemeinkosten erfassen: Miete, Energie, Werkzeug, Versicherungen, Verwaltung, Abschreibungen.
  3. Produktive Stunden berechnen: Anwesenheitsstunden abzüglich Urlaub, Krankheit, Rüstzeiten und unproduktiver Zeiten – multipliziert mit der realistischen Auslastung.
  4. Gewinn aufschlagen: Kalkulieren Sie einen angemessenen Gewinnaufschlag ein.

Ein grobes Rechenbeispiel: Betragen die jährlichen Kosten pro Monteur 60.000 € (inkl. anteiliger Gemeinkosten und Gewinn) und liegen die produktiven Stunden bei 1.400, ergibt sich ein Satz von rund 43 € – zzgl. Ihres Gewinnaufschlags und der Umsatzsteuer.

Warum die Auslastung entscheidend ist

Der häufigste Kalkulationsfehler ist eine zu hohe Annahme produktiver Stunden. Rüstzeiten, Wartezeiten auf Teile, interne Arbeiten und Leerlauf senken die verrechenbaren Stunden erheblich. Wer die tatsächliche Auslastung kennt, kalkuliert realistischer. Mit der Werkstattsoftware und der Zeiterfassung von CATAMA sehen Sie, wie viele Stunden pro Auftrag tatsächlich verrechnet wurden.

Stundensatz schnell ermitteln

Einen ersten Richtwert liefert unser kostenloser Stundensatzrechner für Kfz-Werkstätten. Für die laufende Abrechnung übertragen Sie den Satz anschließend in Ihr Kfz-Rechnungsprogramm.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Stundenverrechnungssatz?

Der Stundenverrechnungssatz ergibt sich aus der Summe von Lohnkosten, Gemeinkosten und Gewinn geteilt durch die produktiven (verrechenbaren) Stunden.

Was sind produktive Stunden?

Produktive Stunden sind die tatsächlich am Kunden verrechenbaren Arbeitsstunden – also Anwesenheitsstunden abzüglich Urlaub, Krankheit, Rüstzeiten und unproduktiver Tätigkeiten.

Warum ist mein Stundensatz zu niedrig?

Häufig werden zu viele produktive Stunden angenommen oder Gemeinkosten unterschätzt. Eine realistische Auslastung und vollständige Gemeinkosten führen meist zu einem höheren, kostendeckenden Satz.

Hilft Software bei der Kalkulation?

Ja. Software erfasst Ist-Zeiten je Auftrag und zeigt die tatsächliche Auslastung, wodurch sich der Stundenverrechnungssatz realistischer kalkulieren lässt.

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