Master Professional Kfz-Technik: Neue Spitzenqualifikation für Werkstattführungskräfte

Mit dem „Master Professional Kfz-Technik“ startet erstmals in einem großen Handwerksbereich eine Fortbildung auf DQR-7-Niveau – gleichrangig mit einem Masterabschluss. Entwickelt von der Handwerkskammer Düsseldorf und dem Kfz-Landesverband NRW, richtet sich der neue Studiengang an Kfz-Meister mit Ambitionen auf Führungsaufgaben im Aftersales-Bereich.

Was hinter der neuen Qualifikation steckt

Grundlage ist die Reform des Berufsbildungsgesetzes von 2020, mit der die Abschlussbezeichnung „Master Professional“ als höchste Fortbildungsstufe der beruflichen Bildung eingeführt wurde. Mit dem neuen Kfz-spezifischen Studiengang rückt die berufliche Bildung im Kraftfahrzeughandwerk damit formal auf eine Stufe mit akademischen Masterabschlüssen. Zielgruppe sind Kfz-Meisterinnen und Kfz-Meister, die künftig Führungs- und Managementaufgaben in Werkstatt und Autohaus übernehmen wollen.

Vier Themenfelder für die Werkstatt von morgen

Der berufsbegleitende Studiengang ist auf zwei Jahre angelegt und verbindet technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Inhalte in vier zentralen Modulen:

  • Technik, darunter alternative Antriebe und Fahrerassistenzsysteme
  • Innovation mit Schwerpunkten wie KI-gestützte Diagnostik, Digitalisierung und Cybersecurity
  • Human Resources und Recht
  • Unternehmensführung und Organisation

Damit soll eine durchgängige Karriereperspektive vom Kfz-Mechatroniker bis zur Führungsposition entstehen. Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, wertet das Angebot als Signal für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung: Die größte Handwerksbranche könne damit zeigen, dass berufliche Bildung Führungsnachwuchs auf höchstem Niveau hervorbringen kann.

Hintergrund: Druck auf die Führungsebene wächst

Der neue Abschluss reagiert auf eine Entwicklung, die viele Betriebe bereits im Alltag spüren: Laut einer bundesweiten Umfrage des Bundesinnungsverbands des Kraftfahrzeughandwerks (BIV-Kfz) unter rund 1.000 Ausbildungsbetrieben sehen Werkstattbetreiber angesichts der hohen Innovationsdynamik im Automobilsektor einen klaren Anpassungsdruck bei Elektrik, Elektronik, Hochvolt- und Assistenzsystemen sowie bei IT- und Diagnosekompetenzen. Alternative Antriebe, vernetzte Fahrzeuge, Software-Updates und digitale Geschäftsmodelle verändern die Anforderungen an Werkstätten und Autohäuser grundlegend – und damit auch das Profil der Führungskräfte, die diese Transformation im Betrieb steuern müssen.

Was das für Werkstätten und Autohäuser bedeutet

Für Betriebsinhaber eröffnet die neue Qualifikation eine zusätzliche Entwicklungsperspektive für bewährte Fachkräfte, ohne dass diese den Weg über ein klassisches Hochschulstudium gehen müssen. Gerade in einem Marktumfeld, in dem Fachkräfte branchenübergreifend knapp sind, kann ein klar definierter Aufstiegsweg zur Mitarbeiterbindung beitragen. Wer organisatorische Abläufe, Terminplanung und Ressourceneinsatz in der Werkstatt professionalisieren will, findet dafür auch in der passenden Werkstattplanungs- und Terminplanungssoftware ein praktisches Werkzeug, das die im Studiengang vermittelten Management-Grundsätze im Tagesgeschäft unterstützt.

Der Pilotlehrgang startet bei der Akademie der Handwerkskammer Düsseldorf; weitere Informationen zum Qualifikationsangebot sind dort erhältlich.

Quelle: autoservicepraxis.de, Handwerkskammer Düsseldorf

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