Vom Autohaus zum Energie-Hub: ZDK und CUBOS zeigen neue Geschäftsfelder

Elektromobilität verändert nicht nur, wie Kunden fahren, sondern auch, wie Autohäuser und Kfz-Betriebe Energie einkaufen und nutzen. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat gemeinsam mit dem Energiedienstleister CUBOS Anfang Oktober am CUBOS-Standort in Wolfsburg aufgezeigt, welche neuen Geschäftsfelder sich daraus ergeben – vom reinen Stromverbraucher zum aktiven Energie-Hub.

Photovoltaik, Speicher und Ladeinfrastruktur als Wertschöpfungskette

Viele Autohäuser verfügen laut ZDK bereits über Photovoltaikanlagen und Ladeinfrastruktur – oft jedoch isoliert voneinander betrieben. Marcus Weller, Leiter der Abteilung Wirtschaft beim ZDK, beschreibt die eigentliche Chance: Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Strom intelligent zu verknüpfen, um Energiekosten zu senken und die eigene Versorgung zu optimieren. Fahrzeuge, Flächen, Kundenkontakte und vorhandene Ladeinfrastruktur seien dafür bereits wichtige Voraussetzungen, die viele Betriebe schon besitzen, aber bislang kaum systematisch nutzen.

Bidirektionales Laden als zentraler Baustein

CUBOS, ein auf integrierte Ladeinfrastruktur- und Energielösungen spezialisierter Dienstleister, bringt beim Thema bidirektionales Laden langjährige Expertise ein. Christian Rühe, Chief Technology Officer bei CUBOS, macht den Unterschied an einem einfachen Bild deutlich: Ein einzelner Ladepunkt sei für ein Autohaus zunächst nicht viel mehr als ein teurer Stromzähler. Erst wenn Erzeugung, Speicher, Software und Ladepunkt in einer Hand zusammengeführt werden, lässt sich tatsächlich Wert aus der Infrastruktur schöpfen – etwa indem Fahrzeugbatterien nicht nur laden, sondern auch Strom zwischenspeichern, den Betrieb versorgen oder sogar zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Neue Geschäftsfelder statt nur neuer Pflichten

Für den ZDK steht die Botschaft im Mittelpunkt, dass der Ausbau der Elektromobilität nicht nur zusätzliche Anforderungen an Kfz-Betriebe stellt, sondern auch konkrete wirtschaftliche Chancen eröffnet. Wer frühzeitig in die eigene Energieinfrastruktur investiert, kann sich vom reinen Energieverbraucher zu einem aktiven Teilnehmer am Energiemarkt entwickeln – mit Einsparpotenzial bei den Betriebskosten und zusätzlichen Erlösmöglichkeiten, etwa über Netzdienstleistungen oder THG-Quoten.

Was das für Werkstätten und Autohäuser praktisch bedeutet

Die Verknüpfung von Energie- und Fahrzeugmanagement erfordert eine saubere betriebliche Planung: Welche Fahrzeuge stehen wann auf dem Hof, welche Ladepunkte sind belegt, wie lassen sich Werkstatttermine und Ladezeiten sinnvoll koordinieren? Eine durchdachte Werkstatt- und Terminplanung schafft hier die organisatorische Grundlage, auf der sich auch komplexere Energiekonzepte – etwa mit gestaffelten Ladezeiten für Werkstattfahrzeuge – praktisch umsetzen lassen.

Fazit

Die Veranstaltung von ZDK und CUBOS liefert Kfz-Betrieben einen konkreten Denkanstoß: Elektromobilität ist nicht nur eine Frage neuer Antriebstechnik in der Werkstatt, sondern auch eine Chance, bestehende Infrastruktur wie Dachflächen, Stellplätze und Ladepunkte wirtschaftlich neu zu bewerten. Betriebe, die diese Verknüpfung frühzeitig angehen, verschaffen sich einen Vorteil, der über das klassische Werkstattgeschäft hinausreicht.

Quelle: ZDK-Pressemitteilung vom 01.10.2026

Author avatar
404media
https://www.catama-software.de