DAT-Report 2026: Werkstattbesuche werden seltener, aber teurer

Der DAT-Report 2026 zeigt einen auffälligen Trend: Autofahrer lassen ihr Fahrzeug seltener in der Werkstatt warten oder reparieren – zahlen dafür aber deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Für Kfz-Betriebe liefert die Studie wichtige Hinweise darauf, wo im Kundenkontakt noch Potenzial liegt.

Weniger Aufträge, höhere Kosten

Laut dem aktuellen DAT-Report, der von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) auf Basis einer Befragung von rund 2.000 privaten Pkw-Haltern erstellt wird, zahlten Fahrzeughalter 2025 im Schnitt 542 Euro für Wartungsarbeiten und 604 Euro für Reparaturen. Gegenüber 2020 entspricht das einem Anstieg von 27 beziehungsweise 30 Prozent. Gleichzeitig ist die Anzahl der beauftragten Arbeiten pro Fahrzeug gesunken: Die DAT ermittelte für 2025 einen Wert von 0,35 Arbeiten pro Pkw, 2019 lag dieser Wert noch bei 0,51.

Die Studienautoren Uta Heller und Martin Endlein führen dies auf ein verändertes Kundenverhalten zurück: Knapp 60 Prozent der befragten Halter gaben an, ihr Verhalten wegen der gestiegenen Werkstattkosten angepasst zu haben. Viele lassen nur noch das Nötigste reparieren, fragen im Bekanntenkreis nach Empfehlungen oder suchen gezielt nach günstigeren Anbietern.

Softwareprobleme bei jungen Fahrzeugen häufiger

Ein weiteres Ergebnis betrifft die zunehmende Digitalisierung der Fahrzeuge selbst: Bei Pkw bis drei Jahren berichten 23 Prozent der Halter von Softwareproblemen, bei Fahrzeugen über sechs Jahren sind es nur 13 Prozent. Ein Teil dieser Probleme lässt sich im Rahmen eines ohnehin geplanten Werkstattbesuchs mit erledigen, für den Rest ist ein separater Termin nötig – ein Punkt, der die Terminplanung in Betrieben zusätzlich belastet.

Terminvergabe ist der größte Schwachpunkt aus Kundensicht

Trotz einer insgesamt hohen Werkstattbindung sieht etwa die Hälfte der befragten Halter noch Optimierungspotenzial. An erster Stelle steht mit 50 Prozent die kurzfristige Terminverfügbarkeit, gefolgt von attraktiveren Angeboten (37 Prozent), besseren Kontaktmöglichkeiten (35 Prozent) und kundenfreundlicheren Öffnungszeiten (32 Prozent). Interessant ist dabei, dass sich die Kunden selbst nur in wenigen Prozessschritten eine Digitalisierung wünschen: Lediglich bei Terminvergabe und Nachbetreuung kann sich etwa ein Viertel der Befragten eine digitale Abwicklung vorstellen, bei allen anderen Schritten bleibt der persönliche Kontakt zur Werkstatt gewünscht.

Für Betriebe bedeutet das in der Praxis: Eine reibungslose, schnell verfügbare Terminplanung wirkt sich unmittelbar auf die Kundenzufriedenheit aus – unabhängig davon, ob der Kontakt am Telefon, per Online-Buchung oder vor Ort erfolgt. Wer freie Kapazitäten zeitnah sichtbar macht und Termine effizient verwaltet, kann diesen laut DAT-Report größten Kritikpunkt gezielt adressieren. Ein digitaler Werkstattplaner hilft dabei, Kapazitäten im Blick zu behalten und kurzfristige Anfragen schneller zu beantworten, ohne den persönlichen Kontakt zu den Kunden zu ersetzen.

Was das für Werkstätten bedeutet

Der DAT-Report macht deutlich, dass die Branche mit einem doppelten Spannungsfeld umgehen muss: steigende Kosten pro Auftrag bei gleichzeitig sinkender Auftragsfrequenz. Betriebe, die ihre Terminverwaltung professionalisieren und auf veränderte Kundenerwartungen reagieren, können sich hier einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern verschaffen – gerade weil der direkte, persönliche Kontakt für Kunden weiterhin der wichtigste Faktor bleibt.

Quelle: autoservicepraxis.de – DAT-Report 2026: Werkstattbesuche werden seltener – aber teurer

Author avatar
404media
https://www.catama-software.de