KI im Kfz-Gewerbe: ZDK-Studie listet 64 praxisnahe Anwendungen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat gemeinsam mit dem Institut für Automobilwirtschaft (IfA) und Steinaecker Consulting eine Studie zu Künstlicher Intelligenz im Kfz-Gewerbe veröffentlicht. Unter dem Titel „Gemeinsam intelligenter“ listet sie 64 konkrete KI-Anwendungen auf, die Werkstätten und Autohäuser in den Bereichen Handel, Service, Kundeninteraktion und Marketing einsetzen können.

64 Lösungen entlang vier Anwendungsbereichen

Die Studienautoren haben die Fachliteratur systematisch ausgewertet und daraus einen Katalog mit 64 praxisnahen KI-Lösungen erstellt. Die Auflistung gliedert sich in die vier Bereiche Handel, Service, Kundeninteraktion und Marketing. Zu den genannten Anwendungsfeldern zählen unter anderem die Terminvergabe, digitale Diagnoseunterstützung und automatisierte Reparaturkalkulation. In Tabellen hinterlegte QR-Codes verweisen auf weiterführende Informationen zu den jeweiligen Lösungen auf der Branchenplattform Diserva.

„Wer im Kfz-Gewerbe KI noch als Zukunftsmusik abtut, übersieht längst gelebte Realität. Richtig eingesetzt – funktional, rechtssicher und kundenorientiert – optimiert sie Prozesse, entlastet Mitarbeitende und stärkt die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe“, erklärt Thomas Peckruhn, kommissarischer Präsident des ZDK.

Kundenbefragung zeigt gespaltenes Bild

Für die Studie wurden mehr als 1.200 Kundinnen und Kunden befragt. Dabei zeigte sich: Bei einer Reihe von KI-Anwendungen überwiegt die Zahl der Skeptiker die der Interessierten – besonders in der Altersgruppe der über 50-Jährigen. Jüngere Kunden unter 30 Jahren stehen KI-Lösungen deutlich aufgeschlossener gegenüber, und bei Neuwagenkäufern ist das Interesse generell größer als bei Gebrauchtwagenkunden.

Als größte Hürden bei der Integration von KI-Anwendungen nennt die Studie Datenschutzbestimmungen, fehlendes geeignetes Personal und festgefahrene Prozesse in den Betrieben. Die Geschäftsleitungen selbst seien dagegen kaum das Problem: Die Mehrheit müsse von KI nicht erst überzeugt werden.

Einordnung für Werkstätten

Für den Werkstattalltag bestätigt die Studie einen Trend, der sich bereits in anderen Erhebungen zeigt: Digitalisierung wirkt vor allem dort, wo sie wiederkehrende, standardisierbare Abläufe entlastet – etwa bei Terminplanung, Auftragserfassung oder Kalkulation. Ob ein KI-gestütztes Tool oder eine klassische digitale Werkstattplanung zum Einsatz kommt: Betriebe profitieren messbar, wenn Termine, Kapazitäten und Aufträge zentral und transparent erfasst sind. CATAMA bietet dafür mit dem Werkstattplaner und Terminplaner eine Grundlage, auf der sich weitere Automatisierungsschritte aufbauen lassen.

Prof. Dr. Benedikt Maier, stellvertretender Direktor und COO des IfA, formuliert den Anspruch der Studie so: „Wir haben uns in das Lastenheft geschrieben, einen möglichst pointierten und auf das Kfz-Gewerbe zugeschnittenen Zugang zur KI zu Papier zu bringen. Die vorliegende Studie soll Mut und Lust machen sowie Orientierung stiften.“

Fazit

Die Studie liefert Werkstätten und Autohäusern einen strukturierten Einstieg in das Thema KI, ohne die Technologie als Selbstzweck zu verkaufen. Entscheidend bleibt laut ZDK, IfA und Steinaecker Consulting die intelligente Verbindung von menschlicher Expertise und Technologie – nicht der pauschale Ersatz bewährter Prozesse. Betriebe, die ihre Grunddaten zu Kunden, Fahrzeugen und Aufträgen bereits digital und strukturiert verwalten, sind dafür besser vorbereitet als solche, die noch mit Zettelwirtschaft oder isolierten Einzellösungen arbeiten.

Quelle: ZDK/kfzgewerbe.de, Krafthand

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