Der DAT-Report 2026 liefert die verlässlichsten Zahlen zum deutschen Werkstattmarkt – und eine Botschaft, die jede Werkstatt kennen sollte: Nicht der Stundensatz entscheidet über die Kundenbindung, sondern das Vertrauen. Die wichtigsten Erkenntnisse der 52. Auflage der Studie für Ihren Betrieb.
90 Prozent Werkstattbindung – die zentrale Kennzahl
Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat den DAT-Report 2026 Ende Januar in Berlin vorgestellt – basierend auf 4.666 repräsentativen Interviews mit Pkw-Haltern in Deutschland. Das auffälligste Ergebnis: 90 Prozent der Halter lassen Arbeiten konsequent in derselben Werkstatt durchführen. Diese Bindungsquote ist seit Jahren stabil und bestätigt, dass Vertrauen im deutschen Aftermarkt schwerer wiegt als der reine Preis.
Für Werkstätten bedeutet das: Die Qualität des ersten Kontakts und die Kommunikation bei der Erstannahme entscheiden häufig über Jahre an Folgeumsätzen. Wer einen Kunden einmal überzeugt, hält ihn in der Regel langfristig – ein Wechsel entsteht fast ausschließlich durch Umzug oder einen konkreten Vertrauensbruch.
Markenwerkstätten 45 %, freie Werkstätten 35 %
Bei den Auftragsanteilen 2025 zeigt der Report folgende Verteilung: Markenwerkstätten kommen auf 45 Prozent (leicht zulegend), freie Werkstätten auf 35 Prozent (leicht rückläufig), der Rest verteilt sich auf Ketten und Spezialbetriebe. Wichtig für die Einordnung: Diese Zahlen beziehen sich auf das Auftragsvolumen, nicht auf den Umsatz – Markenwerkstätten erzielen bei Neufahrzeugwartungen tendenziell höhere Stundensätze, während freie Werkstätten bei älteren Fahrzeugen (über vier Jahre) überproportional vertreten sind. Der Wechsel zur freien Werkstatt findet statistisch häufig 4 bis 5 Jahre nach Erstzulassung statt, wenn die Herstellergarantie ausläuft.
Steigende Jahresfahrleistung verändert Wartungsrhythmen
Die durchschnittliche Jahresfahrleistung ist zum zweiten Mal in Folge gestiegen – auf 13.140 Kilometer. Das rückt den Zeitfaktor bei Wartungsintervallen wieder stärker in den Fokus, gerade wenn Kunden nach kilometer- oder zeitbasierten Intervallen unterschiedlich eingeplant werden müssen.
Gebrauchte E-Autos: Kaufbereitschaft sinkt spürbar
Eine der auffälligsten Entwicklungen im Report: Die Bereitschaft, einen jungen gebrauchten Elektro-Pkw (BEV) zu kaufen, sank von 51 auf 37 Prozent – ein Rückgang um 14 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. Käufer erwarten im Schnitt 433 Kilometer Mindestreichweite, um ein E-Auto als alltagstauglich einzustufen; ältere Gebrauchtmodelle mit 250 bis 350 Kilometern WLTP-Reichweite haben es entsprechend schwerer am Markt.
Für Werkstätten mit Diagnosekompetenz im Hochvolt-Bereich eröffnet das ein Geschäftsfeld: Eine professionelle Batteriediagnose mit State-of-Health-Messung (SoH) vor dem Gebrauchtwagenkauf schafft objektive Klarheit über die Restkapazität und wird zunehmend zum echten Kaufargument.
Was die Zahlen für Ihren Betrieb bedeuten
Die zentrale Botschaft des DAT-Reports 2026 lässt sich für Werkstätten so zusammenfassen: Loyalität wird am Anfang der Kundenbeziehung entschieden – bei der ersten Terminvereinbarung, der Erstannahme und der transparenten Kommunikation über Reparaturumfang und Kosten. Wer diese Prozesse sauber organisiert, statt sie zwischen Zettel, Telefon und Gedächtnis zu verwalten, sichert sich die Kundenbindung, die laut DAT-Report über Jahrzehnte tragen kann.
Eine digitale Werkstattplanung mit klarer Termin- und Ressourcenübersicht sowie ein sauber dokumentierter Kostenvoranschlag tragen unmittelbar zu diesem Vertrauensaufbau bei.
Quelle: DAT-Report 2026, Deutsche Automobil Treuhand – 52. Auflage seit 1974, 4.666 repräsentative Interviews, vorgestellt am 27. Januar 2026 in Berlin.