DAT-Barometer 2026: Werkstätten zwischen Kostendruck und verhaltenen Erwartungen für 2027

Hohe Investitionskosten, preisbewusstere Kunden und ein nur langsam wachsendes E-Auto-Reparaturgeschäft prägen laut aktuellem DAT-Barometer die Stimmung in deutschen Kfz-Werkstätten. Für 2027 rechnet nur eine Minderheit der Betriebe mit einem spürbaren Umsatzplus.

Investitionsdruck trifft auf alten Fahrzeugbestand

Für das DAT-Barometer vom Oktober 2026 wurden 413 freie und markengebundene Werkstätten zwischen dem 21. September und 12. Oktober 2026 online befragt. Ein zentrales Ergebnis: 85 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Ausgaben für Werkstatttechnik, Ausbildung und den Umbau in Richtung Elektromobilität als enorm. Gleichzeitig profitieren viele Werkstätten vom hohen Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen: Rund zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass der alternde Verbrennerbestand weiterhin für eine gute Auslastung sorgt.

Das E-Auto spielt im Werkstattalltag dagegen noch eine untergeordnete Rolle. Mehr als jede zweite Werkstatt berichtet, derzeit kaum Reparaturaufträge für Elektrofahrzeuge zu erhalten. Zugleich rechnet jeder zweite Betrieb damit, dass die Elektromobilität mittelfristig Umsätze kosten wird, etwa weil wartungsintensive Arbeiten wie der klassische Ölservice entfallen.

Kunden verhandeln härter und fragen häufiger nach Kostenvoranschlägen

Die gestiegenen Werkstattkosten der vergangenen Jahre hinterlassen auch beim Kundenverhalten deutliche Spuren. 92 Prozent der befragten Betriebe beobachten eine Verhaltensänderung. Drei Viertel erhalten inzwischen häufiger Anfragen nach Kostenvoranschlägen, ein ähnlich großer Anteil berichtet, dass Kunden nur noch zwingend notwendige Reparaturen beauftragen. Bei mehr als jeder zweiten Werkstatt wird zudem häufiger über den Preis verhandelt.

Bemerkenswert sind zwei weitere Befunde: 22 Prozent der Werkstätten geben an, dass Kunden vermehrt nach Arbeiten ohne Rechnung fragen. Ebenfalls 22 Prozent beobachten eine stärkere Nachfrage nach gebrauchten Ersatzteilen. 32 Prozent berichten zudem von zunehmend unzufriedenen Kunden (Mehrfachnennungen waren möglich).

Gerade in einem Umfeld, in dem Kunden verstärkt nach klaren Kostenvoranschlägen fragen, wird eine saubere, nachvollziehbare Kalkulation zum Wettbewerbsfaktor – ein Thema, das auch in der Abgrenzung von Kostenvoranschlag und Angebot eine praktische Rolle spielt.

Markenwerkstätten offener für KI-Unterstützung als freie Betriebe

Beim Einsatz künstlicher Intelligenz zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Lagern. Drei Viertel der Markenwerkstätten sehen Potenzial in der Bilderkennung und automatisierten Schadenerfassung, bei freien Werkstätten sind es 57 Prozent. Auch automatische Korrekturvorschläge bei der Eingabe von Schäden finden bei etwa jedem zweiten Betrieb Zustimmung.

Bei der grundsätzlichen Einschätzung liegen die Lager weiter auseinander: 15 Prozent der Markenwerkstätten halten keine der abgefragten KI-Anwendungen für relevant, bei den freien Betrieben sind es 26 Prozent. Näher beieinander liegen beide Gruppen bei der mündlichen Erfassung von Schäden, der 39 Prozent der Markenbetriebe und 35 Prozent der freien Werkstätten zustimmen.

Ausblick auf 2027: Stabilität statt Aufbruchstimmung

Beim Blick auf das kommende Jahr dominiert Zurückhaltung. Knapp die Hälfte der Werkstätten erwartet 2027 ein Geschäft auf dem Niveau von 2026. Nur zwölf Prozent der Markenwerkstätten und ebenso viele freie Betriebe rechnen mit einer besseren oder deutlich besseren Entwicklung. Ein beträchtlicher Teil der Betriebe stellt sich dagegen auf rückläufige Geschäfte ein: 15 Prozent der Markenwerkstätten erwarten einen deutlichen Rückgang, bei den freien Betrieben sind es neun Prozent. Leichte Rückgänge erwarten 25 Prozent der Markenbetriebe und 29 Prozent der freien Werkstätten.

Angesichts steigender Kosten und preissensibler Kunden rückt für viele Betriebe die interne Effizienz stärker in den Fokus – etwa eine straffere Terminplanung und bessere Auslastung der Werkstattkapazität, wie sie ein strukturierter Kfz-Werkstattplaner unterstützen kann.

Quelle

Datengrundlage: DAT-Barometer Oktober 2026 (DAT Group), zusammengefasst bei autohaus.de.

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