Die Automechanika Frankfurt 2026 ist Geschichte – mit einer positiven Bilanz für die Branche. Vom 8. bis 12. September zog die weltweit größte Fachmesse für den Automotive Aftermarket über 112.000 Fachbesucher aus 173 Ländern an, ein Plus von rund 8.000 gegenüber der Vorveranstaltung 2024. Für Werkstätten und Kfz-Betriebe lohnt sich ein Blick auf die Kernthemen, die dort verhandelt wurden.
Mehr Aussteller, mehr Fläche, mehr Fokus auf Software
Rund 4.400 Aussteller aus mehr als 80 Ländern präsentierten sich auf dem komplett ausgebuchten Messegelände mit etwa 300.000 Quadratmetern Fläche – ein Ausstellerplus von rund 5 Prozent gegenüber der letzten Ausgabe. Messe-Frankfurt-Geschäftsführer Detlef Braun sprach trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen von einer „Erfolgsgeschichte“, die sich fortsetze. Inhaltlich rückte die Messe 2026 verstärkt Software-defined Vehicles, ADAS-Systeme und Elektromobilität in den Mittelpunkt – mit dem neuen Forum „HighTech4Mobility“ als zentraler Bühne für diese Themen.
Künstliche Intelligenz als durchgehendes Thema
Ein Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Aftermarket – von der Diagnose über die Schadenkalkulation bis zur Ersatzteilbeschaffung. Beim Panel „How AI Can Unlock Value in the Aftermarket“ diskutierten unter anderem Google Cloud und die Boston Consulting Group, wie sich KI-gestützte Prozesse wirtschaftlich in Werkstattbetrieben nutzen lassen. Für die Praxis in Werkstätten bedeutet das vor allem eines: Digitalisierung ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern beeinflusst schon heute Terminplanung, Kalkulation und Lagerhaltung im Tagesgeschäft.
Schadenmanagement und Flottenservice im Fokus
Gemeinsam mit dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und der EUROGARANT AutoService AG fand am 10. September ein eigenes Programm für Fuhrparkmanager und Kfz-Versicherer statt. Themen waren unter anderem die Auswirkungen von Giga-Casting-Verfahren auf die Unfallreparatur sowie neue Entwicklungen bei Reparaturmethoden unter Einsatz von KI. Beim „Schadentalk“ am 11. September ging es zudem um die Folgen von Marktkonsolidierung, Fachkräftemangel und steigenden Investitionskosten für das Unfallreparaturgeschäft – Themen, die viele freie und markengebundene Werkstätten unmittelbar betreffen.
Innovation Awards mit Rekordbeteiligung
Bei der Verleihung der Automechanika Innovation Awards am 8. September gab es mit 185 Einreichungen in zehn Kategorien einen neuen Bewerbungsrekord. Die prämierten Produkte – von Diagnosetools bis zu neuen Reparaturverfahren – wurden während der Messe in einer eigenen Sonderschau gezeigt. Neu war 2026 zudem der „Automotive Aftersales Award“, den die Automechanika erstmals gemeinsam mit dem VDIK auslobte und der markengebundene Serviceleistungen in sechs Kategorien auszeichnete.
Was das für den Werkstattalltag bedeutet
Der globale Automotive Aftermarket bleibt laut einer Prognose der Beratungsgesellschaft Frost & Sullivan trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds auf Wachstumskurs – für 2026 wird ein Plus von 5,8 Prozent erwartet. Treiber sind die steigende Lebensdauer von Fahrzeugen, ein wachsender freier Ersatzteilmarkt sowie neue Geschäftsmodelle rund um Elektromobilität und Digitalisierung. Für Werkstätten heißt das: Wer Prozesse wie Terminplanung, Ersatzteildisposition und Kalkulation digital und effizient organisiert, ist für die steigende Auslastung besser gerüstet. Eine strukturierte Werkstattplanung und eine durchgängige Warenwirtschaft gehören dabei zu den Grundlagen, mit denen Betriebe die auf der Messe diskutierten Trends im Alltag praktisch umsetzen können.
Ausblick
Die nächste Automechanika Frankfurt findet turnusgemäß 2028 statt. Bis dahin dürften viele der in Frankfurt vorgestellten Ansätze – insbesondere KI-gestützte Diagnose- und Kalkulationswerkzeuge – ihren Weg in den regulären Werkstattbetrieb finden. Wer sich frühzeitig mit den entsprechenden Softwarelösungen vertraut macht, verschafft sich einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern.
Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Automechanika Frankfurt Schlussbericht 2026 (automechanika.messefrankfurt.com)